Mit der Kamera im Rucksack machen wir uns auf den Weg zu den Agenten der Stadt. Die „Agencies“ sind für die Abwicklung des Cargo-Schiffsverkehrs verantwortlich. Wenn man etwas verschicken per Frachtschiff verschicken will, bucht man über einen Agenten. Die Agenten sollten Listen haben von Schiffen, die durch den Kanal fahren, und sie sollten wissen, wohin sie fahren. Die Agenten in Suez sind Statthalter für die großen Büros in Alexandria oder im Ausland. Große Schilder an den Häuserfronten versprechen Cargoshipservice at its best. Durch dunkle Hauseingänge, vorbei an Löchern in der Aussenwand und kaputten Liftschächten steht man dann vor einer Tür, hinter der ein Ägypter in Hemd, Pullunder oder Anzug wartet. Er hört sich unsere Geschichte an, sagt er habe kein Schiff, telefoniert einmal und sagt er habe kein Schiff. Ein hätte eines vor drei Tagen gehabt, aber generell sei er kein Passagieragent. Diese Szene wiederholt sich jedes Mal, wenn wir hoffnungsvoll dem nächsten Schild ins Innere des dunklen Hauseingangs folgen.
So wandern wir entlang des Kanals auf und ab und wenn wir die Kamera an der Promenade aufbauen, kommt ein Ägypter in Zivil samt Pistole oder ein Polizist und erklärt uns, dass das hier nicht geht.
Oh glücklicher Phileas, der du nach deinem Eintreffen in Ägypten nur vier Stunden auf deine Weiterreise warten musstest. Wir sind inzwischen den fünften Tag hier – und kommen nicht weiter.
In unserem Hotel wohnt der Türke Wahan, der um 4 Millionen Dollar ein Schiff gekauft hat. Seit drei Tagen wartet er auf eines seiner neuen Crewmitglieder, um sein Schiff durch den Suezkanal zu bringen, aber die ägyptische Bürokratie lässt sich Zeit. Wahan würde uns das Schiff sogar weiterverkaufen, nach Indien will er uns aber nicht bringen, er will nur noch nach Hause nach Istanbul. Irgendwie kann ich den Mann verstehen.
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1 Kommentar:
machts nicht so spannend, wo seid ihr denn?
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