Jesika’s Wohnungskollege Matt hat in seinem Zimmer das System, drop it where you are. Überall liegen Wäsche, Bücher und anderes Zeug herum. Aber sein Zimmer, bzw. sein Balkon ist das einzige, von wo man ins Internet kommt. Ich kontaktiere die cruisepeople, eine Agentur, die Cargoschifffahrten verkauft. Damit wir nicht noch einmal an einem Platz fest hängen, möchte ich die Überfahrt von Chennai (Madras) nach Kuala Lumpur fixieren. Es gibt ein Cargoschiff, das am 10. April von Indien ablegt. Dessy unsere Agentin schickt mir die Anmeldeformulare, unter anderem einen Wisch, in dem ein Arzt bestätigen muss, dass wir eine Leiter hinunterklettern können – einfach lächerlich. Jetzt muss Arnold in Wien zu unserem Hausarzt Dr. Temml fahren, um von ihm einen Stempel für diese Bestätigung zu bekommen. Gott sei dank haben wir Arnold!
Da Jesika untertags in der Arbeit ist, treffen wir uns zu Mittag mit Mahmoud – wieder im Stadt Zentrum. Er bringt uns nach einem 45minütigen Marsch in die Stadt der Toten, einem riesigen Friedhof, auf dem die Verstorbenen nicht nur einzelne Gräber, sondern manchmal ganze Häuser haben. Da in diesen Häusern Platz ist und die Mieten nicht sehr hoch zu sein scheinen, wohnen auch Menschen neben den Toten. Dafür haben sie es in der Stadt der Toten sehr ruhig.
Danach geht’s zum anscheinend ältesten Markt Afrikas, dem Khan Khalili. Jeder der schon mal in der Türkei war, wird solch einen Markt schon einmal gesehen haben. In engen Gassen verkaufen die Händler alles vom Schachbrett bis zum Bauchtanzoutfit. Mitten im Markt ist das Caféhaus Fishawi, das ofiziell seit 200 Jahren ununterbrochen offen hat. Ein arger Touristenplatz – ideal um eine Sheesha zu rauchen und so zu tun, als würde man dazu gehören.
Am Abend drucken wir in einem Internetshop alle Dokumente für unsere Überfahrt nach Südostasien aus. Per Fax werden wir sie morgen nach London schicken und per Internet die Passage bezahlen (2800 USD, etwa 1800 €).
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