Dienstag, 15. April 2008

Tag 24, 12. April 2008, Tiger Breeze Inside


Als wir am nächsten Vormittag in der Küche filmen wollen, verschwindet die Köchen plötzlich. Nach zwei Minuten kommt sie mit frischem Make Up im Gesicht. Noch nie wurden die Fleischleibchen so schön angelächelt.

Die Crew ist nach einer langen Nacht ziemlich müde und nicht begeistert, davon, dass wir sie beim Essen filmen wollen. Wir wollen es uns nicht gleich zu Beginn der Reise mit ihnen verscherzen und ziehen uns zurück. Immerhin kann man das Essen ja auch im Offizierskasino filmen – der Kapitän hat nichts dagegen.

Er lädt uns ein auf die Brücke zu kommen, wo wir auch ein Interview mit ihm machen. Captain Miller ist wegen des Geldes in die Seefahrt eingestiegen. Und er dachte, es sei ziemlich cool. Seit 30 Jahren fährt er nun schon herum, und man merkt, dass im Laufe der Jahre der Spaß ein bisschen verloren gegangen ist. Die Fahrpläne sind eng und das Geschäft wird härter – aber, so ist sich Dave Miller sicher, die Frachtschifffahrt ist derzeit im Aufwind und um seinen Job braucht er sich keine Sorgen machen. Dass man als Laie nicht einfach auf einem Schiff anheuern kann, war schon seit den 50er Jahren so, meint Miller. Sich seine Reise um die Welt zu erarbeiten, ginge nur, wenn man ein Seefahrtsbuch besäße. Er zeigt uns auch Fotos von der Rettung eines einsamen Mannes in einem Ruderboot, der drei Tage auf dem offenen Meer getrieben war und ständig von einem Pelikan attackiert wurde. Bei einer anderen Überfahrt entdeckte die Mannschaft ein Beerdingsfloß, und um sicher zu gehen, dass niemand Hilfe brauchte, ließ sie ein kleines Beiboot zu Wasser. Als die Russen näher an das Floss heranfuhren, fiel plötzlich der Motor aus, der Fotoapparat funktionierte nicht mehr und als sie zurück an Board kommen wollten, gab es Probleme mit Winde. Jaja, stört nicht die Totenruhe!

Die meisten Frachtschiffe haben auch einen Swimmingpool an Board, und die „Tiger Breeze“ ist keine Ausnahme. Das Meerwasser um 17:00 Uhr ist angenehm warm und ich teile es mit zwei russischen Arbeitern. Matthias filmt einen genialen Sonneuntergang, bevor wir die Lautsprecheransage hören: „Tonight the clocks will be advanced by half an hour!“ – in den nächsten zwei Tagen werden wir die Uhren um weitere zwei Stunden vorstellen.

Keine Kommentare: