Samstag, 24. Mai 2008

Tag 38, 26. April 2008, Vientiane – Hanoi

Wir erlauben uns länger zu schlafen und stehen erst gegen halb zehn auf. Im Internetcafé gegenüber erledigen wir die wichtigsten Mails und machen uns dann auf Vientiane für das österreichischen Publikum einzufangen. Die halbe Million Einwohner scheinen sehr entspannt, ein Tuk Tuk-Fahrer hängt in einer Hängematte zwischen den Passagiersitzen, ein Mönch mit Regenschirm ist in sein Handygespräch vertieft, Menschen sitzen im Park und Picknicken (keine Ahnung welcher Wochentag heute eigentlich ist...)

Ich kaufe mir in einem Laden für gebrauchte Bücher einen Lonely Planet für Südostasien – vielleicht steht ja was interessantes drin. Matthias versucht einem sicherlich kulturhistorisch sehr wertvollen steinernem Dings in Form einer riesigen Glocke die schönsten Seiten abzugewinnen. Und wir so wandern wir bis zu einem Einkaufszentrum, das nahtlos in einen Openair-Markt übergeht, wo Goldschmiede und Näher neben Kühlschrankverkäufern und DVD-Händlern aufgereit sind. Allerdings ist es hier fast unmöglich eine CD mit laotischer Musik zu kaufen. Erstens weil keine Seele Englisch spricht und zweitens, weil nur Musik-DVDs angeboten werden. Wieder einmal wird mir klar, dass unsere Kulturkreise auch durch ein unterschiedliches Pantomime-Spiel getrennt sein müssen, denn meine bildliche Darstellung von „CD“ erzeugt eine Reaktion, als hätte ich nach Tierpornos gefragt. Letztendlich bekomme ich dann doch eine CD, auf der zwei Teenager laotische? Liebes- ODER Kinderlieder singen.

Um 17:00 Uhr ist vor unsere Hotel Treffpunkt für die Reise nach Hanoi. Die Tickets für die 725 Kilometer lange Reise kosten pro Person 25 Dollar. Ein Minibus sammelt uns und 8 andere Touristen ein und bringt uns zu einem Busbahnhof an der nordöstlichen Stadtgrenze. Dort steigen wir in einen gewöhnlichen alten Reisebus um, der mit 2 Fahrern, 2 Begleitern und einer Einheimischen besetzt ist – somit ist jede Menge Platz und wir können uns über mehrer Sitzreihen ausbreiten. Die offenen Fenster und die dröhnend laute Musik geben der Fahrt in den Norden das Flair von „Schulkurs meets Roadmovie“. Als dann um 23:00 Uhr „Brother Louie, Louie, Louie“ aus den Lautsprechern dröhnt sind wir restlos begeistert. Modern Talking als Gassenhauer in Südostasien! Da können sich Madonna, Jackson und Aguillera eingraben.

Kurz nach Mitternacht halten wir an einer Raststation im Nirgendwo. Während die 3 Australier, 2 Engländer, 1 Iraner und wir etwas verloren zwischen den Tischen herumwandern, bekommt die Buscrew schon ihr Essen. Zwar wollen die einheimischen Gäste ihr Wok-Rindfleisch auf Reis mit mir nicht teilen, aber sie bestellen für uns das gleiche (das Fleisch ist ausgezeichnet, die Suppe ist heißes Wasser mit Schnittlauch – auch nicht schlecht). In der Zwischenzeit spielen die Fahrer mit den beiden Kameras herum und endlich haben wir auch einmal scharfe Bilder – nur ein Scherz, Matthias, du bist der Beste!
Geschlafen wird im geparkten Bus, denn die Grenze scheint nicht mehr weit und der Posten sperrt nicht vor 8:30 Uhr auf.

Keine Kommentare: