Samstag, 24. Mai 2008

Tag 40, 28. April 2008, Hanoi

Tag 40 unserer Reise um die Welt! – Halbzeit! Wäre Phileas Fogg über Hanoi gereist, säße er wahrscheinlich gerade hinten auf einem Moped Richtung Hongkong und würde nicht wie wir bis um 9:30 Uhr im Bett liegen. Auch würde er keine Zeit mit dem Schreiben von Reiseberichten und senden von emails vertrödeln und würde das Reinspielen der aktuellen 6 Kassetten seinem treuene Diener Passepartout überlassen. Mein Passepartout hat aber neben seinem Kamerajob noch einen Animationsjob und bastelt an einer digitalen Karte von Südostasien. So vergeht der Jubiläumstag größtenteils am Laptop. Erst um 17:00 Uhr spazieren wir zu dem zentral gelegenen Hoan Kiem See zum Mittag-/Abendessen. Von einem Restaurant im 3 Stock hat man den perfekten Überblick über eine Kreuzung neben dem See, bei der 5 Straßen zusammen kommen. Von hier lässt sich der chaotische Motorrad Wahnsinn Hanois wunderbar beobachten. Jeder fährt in die Kreuzung ein, wann er will und schlängelt sich dann zwischen den anderen querenden, entgegenkommenden, überholenden Lebensmüden durch. Ja, hier gilt Rechtsverkehr, aber das stört auch niemanden. Im Zweifelsfall hat immer das größere Fahrzeug Vorrang. Die erfolgversprechenste Art die Straße zu Fuß zu überqueren ist, wenn man möglichst gleichmäßig und zielstrebig mitten durch geht. Ich sehe plötzlich den blinden Kung Fu-Meister von David Caradine vor mir: „Stört denn der Fluss des Wassers den Stein? Der Stein gibt dem Wasser die Möglichkeit sanft um ihn herum zu fließen – so, Grünschnabel, ist es auch mit den 2-Taktern in Hanoi“ - „Aber Meister...“ – „Geh jetzt Grünschnabel, und denke darüber nach, was ich gesagt habe! Und vergiss nicht deine zwei Magnosäfte zu bezahlen!“ Ein weiser (aber blinder – es waren Bananen-Orangensäfte) Mann!

Nach einem Chickenreis zum Magenberuhigen feiern wir unseren Halbzeittag mit exzessivem Materialeinspielen und Kartenanimieren.

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