Dienstag, 15. April 2008

Tag 21, 9. April 2008, Boarding auf der Tiger Breeze


Die Bengal Tiger Line feierte heuer ihr 20jähriges Bestehen. Sie hat sich auf den Cargo-Linienverkehr zwischen Indien und Singapur spezialisiert und nimmt auf einem ihrer Schiffe auch Passagiere mit. Mit dem Agenten habe ich schon in Mumbai ausgemacht, dass wir die Tickets um 10:00 Uhr abholen werden. Danach wollen wir noch die Schönheiten von Chennai entdecken. Doch unser Agent will gleich mit uns aufs Schiff. Also zurück zum Hotel und das Gepäck abholen. Schnell schauen wir noch ins Internet, mit dem Wissen, dass wir in den nächsten sieben Tagen nicht online sein werden. Denn die „Tiger Breeze“ segelt zunächst in den Norden nach Vishakhpatnam, um dann erst Kurs auf Singapur zu setzten. Dieser Kurs ist leider neu und verlängert unsere Reisezeit um 2 Tage.

Bevor wir auf unser Schiff kommen, müssen wir noch durch das Immigration Office im Hafen von Chennai. Während wir eine halbe Stunde herumsitzen, erledigt unser Agent die notwendigen Dokumente. Dann endlich können wir direkt an die Ladestelle weiterfahren. Das Schiff steht unter britischer Flagge. Über die Boardingtreppe kommen wir auf das Cargo Deck, wo wir den 20jährigen Kadeten Michael aus Edinburgh, den Schiffs-Master Ivan und Kapitän Dave Miller treffen. Michael zeigt uns unsere Kabinen am vierten Deck, die jeweils zwei Betten, eine Couch, Dusche und Fernseher bieten. Danach gibt’s eine kurze Tour durchs Schiff: Wäschekammer, Rettungsboot, Speisesaal, Bar, Kraftkammer, Tischtennisraum und Swimmingpool. Die Zeit an Board verspricht entspannt zu werden.

Wir verlassen die „Tiger Breeze“ noch einmal um ein paar Außeneinstellungen einzufangen. Es ist sauheiß, aber ziemlich genial, denn kein Sicherheitsmann hindert uns an irgendwelchen Einstellungen.

Mit an Board sind auch zwei indische Management Trainees, die in Singapur eine Präsentation über das Leben und die Arbeit auf der „Tiger Breeze“ halten müssen. Dass einer der beiden strenger Vegetarier ist, hat der Captain nicht gewusst, weshalb die russische Köchin improvisieren muss. Gegessen wird im Offizierskasino am Tisch des Kapitäns, wobei uns abwechselnd die beiden Stewardessen Ivanka und Marina bedienen – Weltreisender, was willst du mehr!

Am Abend treffen wir den Chief Engineer Andy aus Yorkshire, die Kadetten Charly und Michael und Capt. Dave an der Bar. Keiner ist wirklich überzeugt, dass wir zur geplanten Zeit um 6:00 Uhr auslaufen werden – „indian time“ wird anders gemessen.

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